Die Herbstbestellung ist angelaufen. Die Wintergerste ist vielerorts bereits im Boden. Die Aussaat von Winterweizen steht bevor bzw. hat in einigen Regionen Hessens bereits begonnen. In der Aussaatabfolge sollten verschiedene Faktoren – u.a. Befahrbarkeit der Fläche, Vorfrucht, Sortenwahl, Gräserproblematik – berücksichtigt werden. Eine frühe Aussaat birgt neben einigen Vorteilen auch Nachteile bezüglich des Krankheits- und Schädlingsdrucks. Vor allem beim Stoppelweizen ist aktuell noch keine Eile geboten! Die Aussaat von Weizen nach Weizen (oder nach anderen Getreidearten) sollte erst bei Bodentemperaturen unter 8° C erfolgen. So kann z.B. gegen Fußkrankheiten vorgebeugt werden. Sommerbegrünungen, die vor dem Stoppelweizen zur Stickstoffkonservie-rung, zur Auflockerung getreidebetonter Fruchtfolgen und aus phytosanitären Aspekten angesät worden sind, sollten noch mindestens 14 Tage Wachs-tumszeit bekommen, um ihre Funktionen zu erfüllen.Seit dem flächendeckenden Regen am letzten Septemberwochenende konn-ten diese zügig weiterwachsen und nehmen aktuell überschüssige Nährstoffe auf. Mit etwas Zeit entfalten die Sommerbegrünungen noch eine gewisse Blattfrucht-Vorfruchtwirkung. Die Bestellung von Stoppelweizen sollte in der Aussaatabfolge ans Ende rücken und idealerweise erst in den letzten Oktobertagen erfolgen.
Zwischenfrüchte & Untersaaten
Auf Flächen, auf denen der Silomais bereits geerntet ist und im kommenden Frühjahr eine Sommerung folgt, kann noch immer eine Zwischenfrucht bestellt werden. Die Herbste/Winter der letzten Jahren haben gezeigt, dass bei entsprechend milder Witterung auch im Oktober und November noch viel Frischmasse gebildet wird. Gut entwickelte Zwischenfrüchte können den größten Teil des frei werden-den Stickstoffs binden und so niedrige Rest-N-Gehalte nach Mais erreicht werden. Der beste Aufwuchs wird zu diesem späten Aussaatzeitpunkt mit einem Senf erzielt (25 kg/ha Aussaatstärke). In Rapsfruchtfolgen sollte Phacelia eingesetzt werden (15 kg/ha) –bei einem kalten Herbst ist ein guter Aufwuchs der Phacelia jedoch nicht gesichert. Nach der Maisernte darf KEINE Düngung zur Zwischenfrucht erfolgen!
In der Übersicht sind verschiedene Zwischenfrüchte hinsichtlich Saatmenge, Saatzeit, Höhe der möglichen Stickstoffbindung sowie ihrer Eignung für Erosionsschutz, Senkung Rest-N, Unkrautunterdrückung und Mulchsaat gegenüber gestellt. Die Wahl der Zwischenfrüchte hat einen entscheidenden Einfluss auf die Bindung des Reststickstoffgehaltes und damit auf die Verringerung der Auswaschung von Stickstoff in das Grundwasser. Zwischenfrüchte werden nach ihrer Fähigkeit zur Kältetoleranz eingeordnet. Es wird grundsätzlich zwischen abfrierenden und winterharten Zwischen-früchten unterschieden. Je mehr Wert auf die Aussaat gelegt wird, umso besser kann sich der Bestand entwickeln. Außerdem frieren kräftig entwickelte Pflanzen über Winter sicherer ab als schwach entwickelte Bestände.